Rostocker Reederei nimmt den Nord-Ostsee-Kanal erstmals ins Sommerprogramm auf.
Kiel - Am 28. April startet Kreuzfahrersaison 2008 auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Schon heute wirft aber die Saison 2009 ihre Schatten voraus.
AIDA will dann den Nord-Ostsee-Kanal stärker in die Routen einbinden.
Von Frank Behling
AIDAcara
Der Trend der sinkenden Zahl von Kreuzfahrern auf dem Kanal könnte im nächsten Jahr gestoppt werden. Erstmals wird 2009 die Rostocker Reederei AIDA Cruises den Nord-Ostsee-Kanal nämlich ins Routing aufnehmen.
Die „AIDAcara" wird 2009 den ganzen Sommer über von Hamburg aus regelmäßig den Kanal passieren.
Das kleinste Clubschiff der AIDA-Flotte hatte bislang den Kanal lediglich auf Transitreisen von und nach Rostock passiert, zuletzt 2006. Die 1996 gebaute „AIDAcara" ist das einzige AIDA-Schiff, dass das Höhenlimit von 40 Meter für die zehn Kanalbrücken einhält.
Wie die Reederei mitteilt, wird die „AIDAcara" insgesamt zwölf Kanalpassagen zwischen dem 7. Juni und 6. September 2009 absolvieren.
Wer die erste AIDA dabei sehen möchte, muss in Kiel allerdings früh aufstehen. Nach der Abfahrt aus Hamburg soll die „AIDAcara" gegen 20 Uhr in Brunsbüttel einschleusen und je nach Verkehrslage zwischen 4 und 6 Uhr morgens in Kiel-Holtenau ausschleusen.
Angelaufen werden bei den Reisen Kopenhagen, Göteborg, Oslo und Bergen.
In diesem Jahr wird die „AIDAcara" von Palma de Mallorca auslaufen.
In der Bilanz gab es nach dem Abzug der „Norwegian Dream" einen Einbruch. 50 Passagen sind für die erste Hälfte der Saison bei den Maklern Sartori & Berger sowie der United Canal Agency angemeldet worden.
Das größte Schiff ist dabei die 43 000 BRZ große „Balmoral" die am 23. Juni erwartet wird. Für das ganze Jahr liegen bislang 105 Anmeldungen für den Kanal vor. Das sind zehn Passagen weniger als 2007. Das Schlusslicht wird die „Balmoral" sein, die im Rahmen einer Weihnachtskreuzfahrt am 17. Dezember den Kanal passiert. Damit löst die „Balmoral" die „Norwegian Dream" als größtes Traumschiff ab, die diesen Sommer im Pazifik verbringt.
Langfristig ist aber nicht ausgeschlossen, dass es ein Wiedersehen mit dem 50 764 BRZ großen und 229 Meter langen Schiff geben wird. „Es besteht die Chance, dass das Schiff nach einem Eignerwechsel wieder in Nordeuropa zum Einsatz kommt", sagt Alexander Napp von der Maklerei Sartori & Berger in Kiel. Noch fährt das 1992 in Frankreich gebaute und 1998 verlängerte Schiff aber für die Norwegian Cruise Line.
Neu dabei ist in diesem Jahr die „Royal Princess" der Reederei P&O Princess. Das 181 Meter lange Schiff gehört mit 30 200 BRZ zu den größten Traumschiffen im Kanal.
Gebaut wurde die „Royal Princess" als „R Eight" bei Chantiers de l'Atlantique in Frankreich. Das Schiff gehörte zu acht Neubauten der Reederei Renaissance Cruises aus den USA.
Die Reederei musstenach den Anschlägen des 11. September 2001 so schwere Buchungsrückgänge einstecken, dass sie in die Insolvenz ging. Ihre acht Schiffe fahren heute für diverse andere Reedereien. Neben der „Royal Princess" fährt auch die Schwester „Regatta" (ehemals „R Two") durch den Kanal. Sie fährt für die Oceania Cruises.
(JFlex Images v1.0 ©Ute Jacobi) |