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Den Kanalfähren gehen die Seeleute aus |
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Geschrieben von Frank Behling
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Brunsbüttel – Die Fähren des Nord-Ostsee-Kanals geraten in schwere See. Der Grund ist akuter Personalmangel. Besonders schlimm ist die Situation in Brunsbüttel. Dort werden bis zum Jahresende allein 20 Dienstposten auf den Fähren unbesetzt sein.
Kapitän auf Kanalfahrt
Eine Einstellung des 24-Stunden-Betriebs droht. Neues Personal ist nicht zu bekommen. Das hat zwei Ursachen. Die eine ist der Einstellungsstopp, den das Verkehrsministerium den Wasser- und Schifffahrtsämtern verhängt hat. Doch damit nicht genug: Die Bundesbehörden müssen jährlich 1,5 Prozent ihres Personals abbauen. In den vergangenen Jahren konnte der Abgang von Pensionären durch interne Umsetzungen und die Einführung neuer Technik aufgefangen werden.. "Doch das ist jetzt vorbei, wir haben kein Personal mehr", wie Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel erläutert. Betroffen sind besonders die beiden 100-Tonnen-Fähren "Breslau" und "Berlin" sowie einige andere Fährstellen bei Brunsbüttel und Burg.
Festmacher auf Fähre
Aber auch ohne Einstellungsstopp könnten die 20 Stellen kaum besetzt werden. "Wir haben zurzeit die Situation, dass für einen ausgebildeten Nautiker ein Wechsel wegen der Verdienstmöglichkeiten nicht attraktiv ist", sagt Karsten Thode von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord aus Kiel. Die WSD muss prüfen, ob die Privatisierung des Fährbetriebs eine Lösung des Personalproblems bringen kann. Voraussichtlich im nächsten Jahr soll der Fährbetrieb europaweit ausgeschrieben werden. Eins scheint sich aber bereits jetzt abzuzeichnen. Billiger wird die Privatisierung für den Bund und die Steuerzahler nicht. Auch die privaten Reedereien als Betreiber werden ihre Kalkulationen mit zeitgemäßen Heuern für einen 24-Stunden-Betrieb einbringen. Für den Minister hat die Privatisierung aber einen Vorteil: Er hat weiter Personal abgebaut.
Ähnliche Probleme wie bei den Fähren gibt es auch auf den Schleusen. Hier fehlen Decksleute für das Festmachen der Schiffe in den Schleusen. Allein in Kiel sind es über 20 Stellen, die unbesetzt sind.
(JFlex Images v1.0 ©Ute Jacobi) |