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Der Kanal zieht neue Linien an
Geschrieben von Frank Behling   

Brunsbüttel– Es wird ein Rekordjahr für den Nord-Ostsee-Kanal. Das ist schon jetzt sicher. Denn wird nur noch zwei bis drei Wochen dauern, bis zum ersten Mal in der Geschichte des Kanals die Marke von 100 Millionen Tonnen Ladung geknackt wird. Die Vorbereitungen für den Ausbau laufen unterdessen auf Hochtouren.

Durchschnittlich 115 Schiffe passieren pro Tag die Schleusen in Kiel. Eine fünfte Kammer wäre daher dringend notwendig, um die Wartezeiten der Schiffe vor den Schleusen zu verkürzen. Im vergangenen Jahr beförderten 41472 Schiffe 96 Millionen Tonnen Ladung – schon das war absoluter Rekord. Fast 90 Millionen Tonnen wurden in diesem Jahr schon bis Ende Oktober durch den Kanal gefahren. Und das trotz all der Sperrzeiten durch Reparaturen an Schleusentoren sowie des Ausfalls von Schleusen für Bauwerksuntersuchungen. „Die Schiffe werden immer größer und können immer mehr Ladung befördern“, erklärt Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel.
Getragen wird das Wachstum nicht nur von den größeren Schiffen, sondern auch von neuen Schiffslinien. So hat die Reederei Evergreen (Taiwan) einen Liniendienst von Hamburg und Bremerhaven nach St. Petersburg eröffnet. Ebenfalls neu ist eine Linie, mit der Früchte aus Marokko nach St. Petersburg transportiert werden.
Angesichts der Rekordzahlen, wird der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals immer dringender. Die Vorbereitungen laufen. In Brunsbüttel soll neben einer zusätzlichen Schleusenkammer jetzt auch ein Trockendock für die Reparatur von Schleusentoren gebaut werden. Denn bei den deutschen Werften sind die Docks auf Jahre ausgebucht. Der Neubau des Trockendocks ist die zweite große Baumaßnahme in Brunsbüttel. Das Hauptprojekt ist der Bau der fünften Schleusenkammer. Das Planfeststellungsverfahren soll 2008 beginnen und Ende 2009 abgeschlossen sein. Danach ist der Baubeginn geplant. Die neue Schleusenkammer soll 350 Meter lang und etwa 35 Meter breit sein. Fertigstellung soll 2013/2014 sein.
Zusätzliche Schleusenkammern könnte die Schifffahrt jedoch schon heute dringend gebrauchen – auch in Kiel.
Es macht wenig Sinn, wenn in Brunsbüttel ab dem Jahr 2014 fünf Kammern einsatzbereit sind und in Kiel-Holtenau nur vier“, sagt Jann Petersen von der Schiffsmaklerei UCA. Aber die Signale aus dem Verkehrsministerium sind positiv. Erst im Oktober hatte Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee die Bereitstellung von weiteren Mitteln für den Kanalausbau in Aussicht gestellt.

Foto: Frank Behling

 
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