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KING EDWARD legte die Schleuse lahm |
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Geschrieben von Frank Behling
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Kiel – Erst ein Krachen – und dann kam die große Ruhe am Kanal. Der Tanker KING EDWARD legte gestern Mittag mit einem Rammstoß in ein Tor den
Schleusenbetrieb für alle großen Schiffe in Holtenau lahm. Frachter stauten sich am Abend bis Rendsburg.Gegen 12.40 Uhr lief die 182 Meter lange "KING EDWARD" auf die neue Nordkammer zu. Der 2004 bei Hyundai in Korea gebaute Doppelhüllentanker kam unbeladen aus dem britischen Immingham und wollte schnell nach St. Petersburg.
KING EDWARD passiert die Levensauer Hochbr
Dabei war das 23240 große Schiff wohl etwas zu schnell unterwegs. Trotz des am Heck als Stopp-Hilfe angebundenen Schleppers "HOLTENAU" rauschte der Tanker
am Schleusenmeister und den Festmachern vorbei und prallte gegen das Schleusentor. Die Folge: In dem gerade erst bei der Lindenau Werft überholten
Schiebetor 3 klafft ein gewaltiges Loch.
Die Überprüfung der Maschinenanlage des unter der Flagge der Marschall Islands fahrenden und im Besitz einer Hamburger Reederei befindlichen Schiffes ergab nach Mitteilung der Wasserschutzpolizei keine Mängel. Ursache der Havarie könnte neben einem Maschinenaussetzer auch eine zu hohe Geschwindigkeit gewesen sein.
Für das Schleusenpersonal war es auf jeden Fall der Super-GAU. Seit Freitag steht auch die gegenüberliegende Südkammer still.Dort ist ein Torwagen kaputt, auf dem die Schleusentore geschoben werden.
Gestern Mittag hatten Techniker dort gerade das betroffene Tor ausgebaut, als von der anderen Seite der Kollisionskrach herüberdröhnte.
Die Havarien trafen das Wasser- und Schifffahrtsamt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. "Wir haben heute Morgen sofort alle verfügbaren Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückholt um den Schleusenbetrieb schnell wieder herzustellen", sagte Dieter Schnell, Amtsleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau.
Heftige Kritik kam von den Lotsen. "Die Südschleuse hätte nach dem Ausfall des Torwagens am 22. Dezember längst wieder in Betrieb genommen werden müssen.
Hier hat das Krisenmanagement nicht funktioniert", so Gerald Immens, Präsident des Bundesverbandes der See- und Hafenlotsen. Dem entgegnet Amtsleiter Schnell, dass der beschädigte Torwagen der Südschleuse nur mit Hilfe eines Schwimmkrans hätte ausgetauscht werden können. Einen eigenen Schwimmkran hat die Behörde
nicht. Der bislang stets für diese Aufgabe von der Bundeswehr ausgeliehene Schwimmkran "Hiev" liegt zwischen den Feiertagen still, so Schnell.
Heute wird nun ein Schwimmkran der Firma Ostseedienst erwartet, der den Torwagen auswechseln soll. "Unser Ziel ist es, dass zum Wochenende wieder beide großen Kammern in Betrieb sind", sagt der Amtsleiter. Das Tor der Südschleuse soll bis heute früh aber zunächst das demolierte der Nordschleuse ersetzen. Danach soll ein Reservetor für den Einbau in der Südkammer klar gemacht werden.
(JFlex Images v1.0 ©Ute Jacobi) |