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Kreuzfahrer kontra Brücken
Geschrieben von Frank Behling   

Bild von der Rendsburger Hochbrücke 
Die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke ist eine von zehn Brücken des Kanals. Immer mehr Kreuzfahrtschiffe erreichen aber mehr als die für die Durchfahrt erlaubten 40 Meter Mastenhöhe. "PACIFIC VENUS" aus Japan, ARMADEA" (Deutschland) und die "BALMORAL" (Norwegen, von links) haben mit den zehn Kanalbrücken kein Problem. Diese Schiffe werden in diesem Jahr auf dem Kanal unterwegs sein.

Foto: Frank Behling

Für 2008 sind bislang weniger als 100 Passagen von Traumschiffen im Nord-Ostsee-Kanal angemeldet.

Dienstag, 8. April 2008

Kiel - Auf dem Kanal werden in diesem Jahr weniger Traumschiffe unterwegs sein. Bis gestern lagen erst 96 Anmeldungen für 2008 vor. Erstmals seit sechs Jahren sackt damit die Zahl der Passagen wieder unter die Marke von 100.
Die Ostsee boomt bei Kreuzfahrten. Häfen wie Kiel und Rostock haben die Marke von 100 Anläufen längst überschritten. Kopenhagen und St. Petersburg erwarten sogar über 300. Dennoch sinkt im zweiten Jahr in Folge die Zahl der Traumschiffspassagen auf der 100 Kilometer langen Wasserstraße.


Der Grund für den Rückgang liegt auf der Hand. „Die Schiffe werden immer größer", erklärt Alexander Napp von der Maklerei Sartori & Berger.
Ein gutes Beispiel ist die neue „AIDAbella" von AIDA Cruises aus Rostock. Der Neubau der Meyer Werft wird am 15. April in Hamburg die Kreuzfahrtsaison eröffnen und abends von der Elbe aus Kurs auf Kiel nehmen. Statt in acht Stunden durch den Kanal geht es in 36 Stunden rund um Skagen.
Das 252 Meter lange und 32 Meter breite Schiff kann die noch nicht ausgebauten engen Kurven bei Kiel nicht passieren. Das ist aber nur ein Knackpunkt. Wesentlich gravierender ist, dass für die „AIDAbella" alle zehn Kanalbrücken zu flach sind. Mit einer Durchfahrtshöhe von 40 Metern würde das neue Clubschiff selbst ohne Mast und Schornstein nicht unter den Brücken hindurchpassen.

„Der Markt für Kreuzfahrten auf der Ostsee boomt und die Schiffe werden deshalb auch immer größer" sagt Napp.
Ein Beispiel: 54 der 125 Anläufe im Kiele Hafen werden von Schiffen absolviert, die nicht mehr durch den Kanal passen. Es gibt aber noch genügend Traumschiffe, die den Nord Ostsee-Kanal passieren können.
Dazu zählt auch die „AIDAcara", das kleinst Schiff der AIDA-Flotte. Im nächsten Jahr wird es mehrfach den Kanal passieren.
„Der Kanal wird für die kleineren Kreuzfahrer immer seine Bedeutung behalten. Es lassen sich während der Passage auch sehr gut Landausflüge nach Hamburg anbieten", sagt Napp.
Sein Unternehmen betreut in diesem Jahr 58 Schiffspassagen. „Es gibt aber auch viele Höhepunkte", erläutert Napp: etwa die „Prinsendam", die „Royal Princess" oder die japanischen Schiffe „Nippon Maru" und „Pacific Venus".
Das größte Schiff wird in diesem Jahr die 43 000 BRZ große „Balmoral" des britischen Verananstalters Fred Olsen sein; das von der Maklerei UCA betreut wird. "Auch bei uns sind weniger Kreuzfahrer angemeldet", bestätigt Jan: Petersen, Geschäftsführe bei UCA. Dort hat man bisher 38 Anmeldungen.

Die ersten Höhepunkte sind am 28. und 29. April, wenn die Postschiffe „Fram" und „Nordnorge" auf den Rückweg aus der Antarktis nach Norwegen den Kanal passieren. Das letzte Schiff wird in diesem Jahr kurz vor Weihnachten die „Balmoral'' sein. Am 29. August werden mit „C.Columbus", „Silver Cloud" und der „Saga Ruby" gleich drei Passagierschiffe an einem Tag im Kanal unterwegs sein.

 
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