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In der Basisversion ist diese Kiste 6,1 Meter lang, 2,44 Meter breit und 2,60 Meter hoch. Sie ist aus Metall und wiegt leer 2300 Kilogramm. Sie muss Stöße, Stürme und Salzwasser aushalten und ist so stabil gebaut, dass sie in 13 bis 15 Lagen übereinandergestapelt werden kann. Der Container - eine einfache Erfindung, doch er veränderte die Welt grundlegend.
Von Jörn Genoux - Kieler Nachrichten vom 24. Mai 2008
Feederschiff URANUS
Ohne ihn wäre der Prozess der Globalisierung, der weltweiten Arbeitsteilung, wohl kaum so weit fortgeschritten. Denn durch den Container spielen Transportkosten kaum noch eine Rolle. Sie sind verschwindend gering. Und daher lohnt es sich, weit entfernt von den Märkten und den Kunden zu produzieren.
Das gilt für Jeans und T-Shirts, von denen jeweils 10 000 bis 20 000 Stück in einen Container passen. Aber selbst der Transport eines solch sperrigen Gutes wie eines Motorrades von Japan nach Deutschland kostet nur noch 30 Dollar (19 Euro) in den siebziger Jahren war es der zehnfache Preis.
Viele Produkte überqueren sogar mehrfach die Meere. In ihrem „Reisebericht eines T-Shirts" schildert das die amerikanische Professorin Pietra Rivoli.
Subventionierte Baumwolle aus Texas wird im Container nach China transportiert und dort zu Garn verarbeitet. Ein Lkw fährt das Garn im Container in die Textilfabrik nach Schanghai. Das fertige T-Shirt schließlich bringt ein Containerschiff in die USA. Als Teil der Altkleidersammlung schließlich landet es in Afrika. Ohne Container wäre eine solche Verwertungskette für ein Fünfeuro-T-Shirt nicht möglich.
Schon seit Jahrtausenden werden zwar Güter in Behältern transportiert. Doch die revolutionäre Idee, ein Transportsystem rund um eine in ihren Maßen standardisierte Kiste aufzubauen, ist nur wenig älter als 50 Jahre.
Der amerikanische Spediteur Malcolm McLean (inkes Bild) ärgerte sich nämlich, dass das Be- und Entladen der Schiffe so lange dauerte und seine Lkw nutzlos im Hafen warten mussten. Warum konnte man die Ladung nicht direkt vom Schiff direkt auf den Lkw (oder die Bahn) bringen? Und so entwickelte er in den 50er Jahren den Vorläufer des heutigen Containers, verkaufte seine Firma und gründete eine Reederei (SeaLand). Im April 1956 startete sein erstes Schiff, die„ Ideal X", ein umgebauter Tanker aus dem Zweiten Weltkrieg, mit 58 Containern an Bord von Newark in Richtung Houston.
1966 erst machte der erste Containerfrachter in Deutschland fest: die „Fairland" von Sea-Land mit 300 Containern. Und 1968 begannen deutsche Reedereien mit der Containerschifffahrt: Hapag und Norddeutscher Lloyd, die kurz danach fusionierten, schickten die „Weser Express" mit rund 700 Containern über den Atlantik. Sie ersetzte damit - je nach Art der Ware, die transportiert wurde - drei bis sechs der bis dahin eingesetzten Stückgutfrachter.
Fairland
Seitdem hält der Siegeszug des Containers an. Lego-Bausteine der Globalisierung werden die Kisten auch genannt. Und die Schiffe, die auf den großen Atlantik- und Pazifikrouten verlehren, werden immer größer. Die „Emma Maersk" beispielsweise, das größte Containerschiff der Welt, kann etwa 13 000 Standardcontainer laden. Die genaue Zahl veröffentlicht Maersk, die größte Containerreederei der Welt, nicht. Für Hamburg sind sie und ihre gleich großen Schwestern eine Nummer zu groß. Die größten Containerschiffe, die Deutschlands größten Hafen anlaufen, können bis zu 9000 Container tragen.
Denn Nord-Ostsee-Kanal nutzen die sogenannten Feeder, die Zubringerschiffe, die die Kisten von Häfen wie Hamburg, Rotterdam oder Antwerpen an ihre endgültigen Zielorte bringen. Sie sind nochmals deutlich kleiner: 800 bis 1000 Standardcontainer kann so ein Feeder tragen. Vor fünf bis sieben Jahren waren noch so um die 400 Stück die übliche Größe.
MSC MELISSA
Die Schiffe werden weiter wachsen, sagen Schiffbauexperten voraus. Und mit ihnen die Häfen. Weltweit entstehen gigantische neue Containerterminals. Noch ist Singapur die Nummer eins mit einem Umschlag von 27 Millionen Containern pro Jahr. Doch Hongkong und vor allem Schanghai holen auf. Hamburg (zehn Millionen Stück) steht in dieser Liste auf Rang acht und wird wohl bald Rotterdam (Rang sieben) als größten europäischen Containerhafen ablösen.
(JFlex Images v1.0 ©Ute Jacobi) |