Lotse und Besatzung hatten einen Schutzengel
28.11.2010 13:00 von Frank Behling (Kommentare: 0)
Die „Malaga" war kurz nach Mitternacht aus der Holtenauer Schleuse in den Kanal eingelaufen. Aufgrund der Verkehrslage musste der unter St.-Vincent-Flagge fahrende Frachter im Nordhafen stoppen und auf das entgegenkommende Containerschiff „National Glory" warten. Der 149 Meter lange Containerfrachter bog gegen 0.30 Uhr in den Nordhafen ein. Wenig später krachte es. Das Vorschiff der 82 Meter langen „Malaga" wurde bei der Kollision vom Anker der unter US-Flagge fahrenden „National Glory" förmlich aufgeschält.Kiel - Der Lotse und die Besatzung des Frachters „Malaga" hatten in der Nacht zum Sonntag auf dem Nord-Ostsee-Kanal einen Schutzengel. Ihr Schiff wurde bei einer Kollision so schwer beschädigt, dass es nicht mehr fahrtüchtig ist. Die Kommandobrücke ist zum Teil nur noch ein Stahlknäuel. Die Backbordseite des Schiffes ist an mehreren Stellen aufgerissen und verbeult.
Der für die Eisfahrt verstärkte Steven des US-Frachters schrammte danach am Rumpf der „Malaga" entlang und prallte voll gegen das Deckshaus. Dabei riss der Bug die Brückennock der „Malaga" weg, drückte den Radarmast um und zerstörte das dahinter hängende Rettungsboot. Die Schäden summieren sich nach ersten Erkenntnissen auf mehrere hunderttausend Euro. Verletzt wurde auf beiden Schiffen wie durch ein Wunder niemand. Auch Umweltschäden gab es nach ersten Erkenntnissen keine. Beide Schiffe erhielten von der Wasserschutzpolizei bis zur Klärung der Umstände und der Überprüfung durch Gutachter der Klassifikationsgesellschaften ein Auslaufverbot.
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