Zu schnell: Frachter rammt Schleusentor
03.11.2011 01:00 von Frank Behling (Kommentare: 0)
Ein Frachter hat in der Nacht in Brunsbüttel eine Schleusenkammer aus Gefecht gesetzt. Der 90 Meter lange Frachter „Pollux“ war beim Einlaufen von der Elbe in die Schleuse mit einem Schleusentor kollidiert. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, das Schleusentor wurde jedoch erheblich beschädigt. Auch am Vorschiff des erst drei Jahre alten Frachters entstanden Schäden. Die Schleusenkammer musste für Reparaturarbeiten außer Betrieb genommen werden. Die unter der Flagge des Karibikstaats Antigua und Barbuda fahrende „Pollux“ hatte nach der Lotsenübernahme auf der Elbe um 3 Uhr vom Schleusenmeister die kleine Nordkammer zugewiesen bekommen. Beim Einlaufen in diese Schleusenkammer hat die Schiffsführung dann jedoch nicht rechtzeitig die Geschwindigkeit reduziert, so dass die 90 Meter lange „Pollux“ um 3.25 Uhr gegen das kanalseitige Stemmtor der Schleuse fuhr. Als Ursache wird von der Wasserschutzpolizei eine nicht angepasste Einlaufgeschwindigkeit geprüft. Am Vorschiff der im Dezember 2008 für die deutsche Reederei Wessels in Rumänien in Dienst gestellten „Pollux“ wurde das Schanzkleid eingedrückt. Außerdem entstand ein Riss in der Bordwand. Nach Mitteilung der Wasserschutzpolizei Brunsbüttel wurde bis zur Klärung der Umstände und einer Überprüfung des Schiffes durch die Klassifikationsgesellschaft ein Auslaufverbot verhängt. Eventuell darf der Frachter seine Reise nach Dänemark erst nach einer Notreparatur fortsetzen.
Für die Schifffahrt stehen nach der Kollision vorerst nur noch zwei der vier Schleusenkammer in Brunsbüttel zur Verfügung. Die große Nordschleuse befindet sich aufgrund von Überprüfungsarbeiten während der Tageszeiten ebenfalls außer Betrieb. Der Ausfall führt zu einer Ausweitung der Wartezeiten für die Schifffahrt. Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel haben mit der Reparatur begonnen. Neben zwei Beulen muss eine Verriegelung am Tor repariert werden. Die Notreparatur könnte im Laufe des Tages abgeschlossen werden, sagte WSA-Sprecher Thomas Fischer.
* Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.



Einen Kommentar schreiben